Wohin der Wind – oder der Tourbus uns trägt

Noch vor einem Jahr hätten wir es uns nicht träumen lassen, dass sich die Welt und damit auch unser Leben so schnell so sehr verändern würde. Obwohl wir meistens ein oder mehrere Jahre fest an einem Ort sesshaft waren, führen wir ein recourcenschonendes Nomadenleben. Gerne ziehen wir dahin, wo wir als Menschen, als Musiker, als Lebewesen gebraucht und gemocht werden. Unser Leben an vorgegebene Umstände anzupassen, sehen wir als abenteuerlichen Beginn eines neuen Lebensabschnitts an, wobei natürlich nicht immer alles eitel Sonnenschein ist. Oft merkt man dann auch, wann es Zeit wird, weiterzuziehen.

Gerade sind wir fast ein wenig gezwungen weiterzuziehen und nutzen die derzeitige Situation als Chance, um zu reisen, im Meer zu baden und trotzdem zu arbeiten und zwar dort, wo es Corona gerade zulässt.

Schon immer wollten wir auch abseits von festen Bühnen ein Publikum erreichen, das sich ganz zwanglos für hochwertige Kunst begeistert oder begeistern lässt. Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn nach einem Konzert eine Besucherin auf einen zukommt und sagt „mit Klassik kann ich eigentlich gar nichts anfangen, mein Mann wollte unbedingt zu dem Konzert kommen, und ich bin überrascht und begeistert; so habe ich Beethoven noch nie gehört“.

Und genau das ist es, was wir wollen: die Menschen mit Musik, mit unserer Kunst überraschen und begeistern.

Unsere Analoge NomadenTour wird uns zunächst Richtung Spanien führen, weitere Planungen werden sehr abhängig vom Corona-Status der jeweiligen Region sein.
Spontankonzerte, Freiluftkonzerte, Innenhofkonzerte, Straßenmusik, Kurzkonzerte, öffentliche Proben – all das werden wir ausprobieren, um in Dialog mit den Menschen, dem Publikum zu kommen. Draußen, direkt, ohne Zwang und mutig. Unser Tourbus wird für die nächsten Monate nicht nur der kleinste Proberaum der Welt, sondern auch der kleinste Wohnraum der kleinsten BigBand der Welt sein. Wenn das mal keine Anhäufung von Superlativen ist!

Aber auch analoge Nomaden können sich dem digitalen Zeitalter nicht entziehen. Was wären unsere Instrumente ohne die Arrangements, die am Computer entstehen! Selbstverständlich bleiben wir online und vernetzt und halten euch auf dem Laufenden; hier oder auf Facebook & Co.

Bleibt uns gewogen und freut euch auf den frischen (spanischen) Wind, den wir dann mitbringen werden.